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Posts

Wo liegen die Grenzen des diakonischen Handelns?

Für mich stellt sich immer wieder die Frage, in wie weit ich als Diakonin und Sozialarbeiterin in einer Einrichtung nicht-kirchlicher Trägerschaft diakonisch tätig sein kann, soll, muss oder darf. Zu Beginn meines Studiums 2015 habe ich noch in einer städtischen Kinder- und Jugendeinrichtung gearbeitet. Da habe ich ganz klar keinen diakonischen Auftrag meines Arbeitgebers bekommen. Mit dem Gedanken, als Diakonin eingesegnet zu werden und nach meinem Abschluss eventuell "nur" als Sozialarbeiterin angestellt zu werden, entwickelte sich für mich die Problematik, inwiefern mein diakonischer Auftrag in den Auftrag des Staates an SozialarbeiterInnen eingreift. Das Amt der Diakonin ist ein durch die Landeskirche bei der Einsegnung verliehenes Amt, welches ich lebenslänglich haben werde. Ebenso wie das Christsein, ist auch das Diakonenamt etwas, dass mich dauerhaft, ohne Pausen begleitet. Es ist kein Beruf, sondern vielmehr eine Berufung. Ich kann zwar als Diakonin angestellt sein u…
Letzte Posts

Die Arbeit in der niedrigschwelligen Drogenhilfe

Ein Gastbeitrag von Katharina Köhnke
In der Praxisphase meines Studiums der Sozialen Arbeit war ich in einer niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtung in Nordrhein-Westfalen tätig. Konkret heißt das: In einer Sparte der Sozialen Arbeit, der Drogenhilfe. Diese teilt sich nochmal auf in verschiedene Säulen: Prävention, Rehabilitation und Drogenberatung, Repression und die niedrigschwellige Drogenhilfe. Niedrigschwellig bedeutet in diesem Fall eine Einrichtung mit Kontaktcafé, Ambulanz, Beratungen und Drogenkonsumräumen. Dort können Drogengebraucher*innen illegalisierte Drogen – wie Heroin oder Kokain – in einem legalen, geschützten Rahmen unter Aufsicht und sauberen Bedingungen konsumieren. Die Arbeit in der Einrichtung hat mich von Anfang an fasziniert. Zunächst war es vielleicht der Reiz, mich selbst zu schocken mit etwas, das ich noch nie gemacht hatte (vor allem auch meine Angst vor Nadeln zu überwinden). Vorher habe ich immer 'nur' mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Pl…

Warum ist Religion für mich Teil Sozialer Arbeit?

Ich studiere nicht nur Soziale Arbeit, sondern in einer Art Doppelstudium Soziale Arbeit und Diakonik. Das ist für mich aus mehreren Gründen das passende Studium, in diesem Post möchte ich mich darauf konzentrieren, wieso ich der Meinung bin, dass Religion Bestandteil einer Ausbildung/eines Studiums im Sozialen Bereich sein sollte. Dafür möchte ich zunächst einmal definieren, was Religion für mich in diesem Zusammenhang ist: Erstens beschränkt sich Religion - anders als es in der Schule oft dargestellt wird (auf meiner Schule konnte ich wählen zwischen katholischem und evangelischem Religionsunterricht und Philosophie) - nicht auf das Christentum, sondern umfasst alle Religionen. Außerdem definiert sie sich durch ihre Vielfalt. Es gibt nur Religion, weil es mehrere Religionen gibt. Das umfasst unter Anderem monotheistische Religionen (Islam, Judentum, Christentum), polytheistische Religionen (Hinduismus, Buddhismus, etc.) und Naturreligionen, aber auch den Atheismus - also das Glaube…

Methodenkoffer

Unter dem Label "Methodenkoffer" will ich einige Methoden der Sozialen Arbeit sammeln und kurz erklären. Das soll einen groben Überblick geben, was methodische Handlungskonzepte sein können, wie diese strukturiert werden können und wo praktische Anwendungsbereiche sind. Ihr könnt gerne die Kommentarfunktion nutzen, um bestimmte Methoden für diese Sammlung vorzuschlagen oder Nachfragen zu bestimmten Arbeitsbereichen zu stellen.

Wieso Soziale Arbeit studieren?

In diesem Beitrag möchte ich mich damit befassen, wieso ich mich persönlich dazu entschieden habe, Soziale Arbeit zu studieren. Ich habe schon öfter die Frage gestellt bekommen, wieso Soziale Arbeit überhaupt ein Studienfach ist, das in meinem Fall sogar acht Semester in Anspruch nimmt. Um diese Frage zu beantworten, will ich einmal erläutern, wie umfangreich das Handlungsfeld der Sozialen Arbeit überhaupt ist. Viele Menschen, mit denen ich über mein Studium gesprochen habe, wussten gar nicht, was Aufgabenfelder eines/einer SozialarbeiterIn sein können. Ganz klassische Arbeitsfelder sind zum Beispiel die Sucht- und Wohnungslosenhilfe, Kinder-, Jugend- und Familienarbeit, Altenhilfe, der wirklich komplexe Arbeitsbereich mit Menschen mit Behinderungen, sowie stationäre und ambulante Begleitung, Betreuung und Beratung. Allgemein kann gesagt werden, dass  Soziale Arbeit überall da anknüpft, wo es um den Menschen als Teil des sozialen Systems Gesellschaft geht. Da diese Felder sehr umfass…

Mein Studium zur Diakonin

Ich bin derzeit im fünften Semester des Studiengangs "Diakonie im Sozialraum", das ist Soziale Arbeit und Diakonie. Mit Abschluss des Studiums erlange ich eine sogenannte Doppelqualifikation zur staatlich anerkannten Sozialarbeiterin und zur Diakonin. Jetzt erstmal die Frage: 
Was ist überhaupt Diakonie? Was machen DiakonInnen und was unterscheidet sie von SozialarbeiterInnen? Vielleicht kennt der/die ein oder andere das Unternehmen "Diakonie", welches im sozialen, hauptsächlich im pflegerischen Bereich, tätig ist. Die Mitarbeiter der Diakonie machen zum Beispiel Hausbesuche bei Menschen mit Pflegeanspruch. Das ist ein Bereich der Diakonie, insgesamt ist das alles relativ komplex.
Für das Wort "Diakonie" gibt es 'zig verschiedene Definitionen. Der Wortursprung liegt im Altgriechischen bei dem Wort διακονία, was soviel heißt wie "Diener". Im Allgemeinen ist darunter etwas ähnliches wie Soziale Arbeit im kirchlich-theologischen Kontext zu vers…

Mein Auslandspraktikum in Sri Lanka Teil 1

Mein Studium dauert insgesamt acht Semester und beinhaltet in allen drei Sommersemesterferien eine Praxisphase. Die ersten beiden Praktika strecken sich über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen und das letzte Praktikum dauert drei Monate und ist somit das "große Praktikum". Normalerweise sind Ausbildungen und Studiengänge im Sozialwesen so aufgebaut, dass man ein Anerkennungsjahr oder ein Praxissemester in der Ausbildung, bzw. im Studium integriert hat, welches einen Einblick in die Praxis geben soll und kann. An der FH, an der ich studiere, gibt es drei Praktika, die dafür kürzer sind. Das hat Vor- und Nachteile: Zum einen kriegt man in die Praxisfelder teils nur oberflächliche Eindrücke und wird auch in einigen Einrichtungen und Ämtern erst ab einer Praktikumsdauer ab zwei Monaten eingestellt, zum Anderen gewinnt man so allerdings mehrere Einblicke in verschiedene Tätigkeitsfelder. Das Tätigkeitsspektrum in der Sozialen Arbeit ist gigantisch und daher möchte ich gern…